In depth

Deep dive into the key characteristics of the EU sustainable finance regulation

ESMA Fund Naming Guidelines

ESMA Fund Naming Guidelines

Die Leitlinien der Europäischen Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde (ESMA) zu Fonds, die ESG- oder nachhaltigkeitsbezogene Begriffe in ihrem Namen verwenden (die „Leitlinien“), legen einen Rahmen für die Verwendung von ESG- oder nachhaltigkeitsbezogenen Begriffen in den Namen von Investmentfonds fest.

Die Leitlinien gelten für Organismen für gemeinsame Anlagen in Wertpapieren (OGAW) und Alternative Investmentfonds (AIF), deren Namen ESG- oder nachhaltigkeitsbezogene Begriffe wie „ESG“, „Transition“, „Soziales“, „Unternehmensführung“, „Umwelt“, „Wirkung“ oder „Nachhaltigkeit“ sowie Ableitungen dieser Begriffe (zum Beispiel „Transformation“, „grün“, „Gleichheit“, „Kontroversen“, „wirkungsorientiert“ oder „nachhaltig“) enthalten.

Die Leitlinien sollen sicherstellen, dass der Name eines Fonds seine ESG- oder nachhaltigkeitsbezogene Strategie zutreffend widerspiegelt und keine irreführenden oder übertriebenen Aussagen enthält. Um eine Irreführung der Anleger zu vermeiden, müssen in Fondsnamen verwendete ESG- und nachhaltigkeitsbezogene Begriffe in wesentlicher Weise durch Nachweise für Nachhaltigkeitsmerkmale oder -ziele untermauert sein, die sich angemessen und konsistent in den Anlagezielen und der Anlagepolitik des Fonds widerspiegeln.

Fondsmanager müssen daher prüfen, ob ein Fonds in ihrer Produktpalette einen Namen trägt, der einen ESG- oder nachhaltigkeitsbezogenen Begriff enthält. Ist dies der Fall, muss die nachhaltigkeitsbezogene Strategie des Fonds die folgenden Anforderungen erfüllen:

  • Fonds, die transitions-, sozial- oder unternehmensführungsbezogene Begriffe verwenden, müssen:
    • eine 80-%-Schwelle einhalten, d. h., dass mindestens 80 % der Investitionen gemäß den verbindlichen Elementen seiner vorvertraglich nach der SFDR offengelegten Anlagestrategie zur Erfüllung der vom Fonds beworbenen ökologischen oder sozialen Merkmale oder des beworbenen nachhaltigen Investitionsziels verwendet werden müssen; und
    • die in der Verordnung über EU-Referenzwerte für den klimabedingten Wandel (CTB) festgelegten Ausschlüsse anwenden.
  • Fonds, die umwelt- oder wirkungsbezogene Begriffe verwenden, müssen:
    • dieselbe 80-%-Schwelle einhalten; und
    • die in der Verordnung über Paris-abgestimmte EU-Referenzwerte (PAB) festgelegten Ausschlüsse anwenden.
  • Fonds, die nachhaltigkeitsbezogene Begriffe verwenden, einschließlich „nachhaltig“ und „Nachhaltigkeit“, müssen:
    • dieselbe 80-%-Schwelle einhalten;
    • die PAB-Ausschlüsse anwenden; und
    • sich verpflichten, in nachhaltige Investitionen in nennenswertem Umfang zu investieren im Sinne von Artikel 2 Nummer 17 der SFDR.

Kombiniert ein Fondsname Begriffe aus verschiedenen Kategorien, gelten die jeweiligen Anforderungen grundsätzlich kumulativ. Ausgenommen sind transitionsbezogene Begriffe. Wird ein transitionsbezogener Begriff mit umwelt-, sozial-, unternehmensführungs- oder wirkungsbezogenen Begriffen kombiniert, gelten nur die Anforderungen für transitionsbezogene Begriffe, sodass die CTB-Ausschlüsse statt der PAB-Ausschlüsse angewendet werden. Wird ein transitionsbezogener Begriff mit einem nachhaltigkeitsbezogenen Begriff kombiniert, gelten die Anforderungen für nachhaltigkeitsbezogene Begriffe.

Fonds, die keinen ESG- oder nachhaltigkeitsbezogenen Begriff in ihrem Namen verwenden, unterliegen nicht den spezifischen Vermögensallokationsschwellen oder Ausschlusskriterien. Ihre Marketingmitteilungen und Offenlegungen müssen jedoch weiterhin fair, klar und nicht irreführend sein und die Anlagestrategie und die Anlageziele des Fonds zutreffend widerspiegeln.

Besuchen Sie den Abschnitt Verordnung über kohlenstoffarme Referenzwerte für weitere Informationen.

Besuchen Sie den Abschnitt SFDR für weitere Informationen.